Die wichtigste Anlage

unserer Stadt

Die Stadt Hildesheim und die umliegenden Gemeinden, wie Himmelsthür, Sorsum, Neuhof, Marienrode, Ochtersum, Itzum, Achtum, Uppen, Einum, Bavenstedt und Drispenstedt sind an die Kläranlage mit angeschlossen.

Es dauert ungefähr zwei Tage bis das Abwasser die gesamte Kläranlage durchflossen hat und erfordert einen enormen technischen Aufwand.

ENTDECKEN SIE HIER
DIE EINZELNEN
REINIGUNGSSTUFEN
UNSERER KLÄRANLAGE

1 Mechanische Reinigung

Zunächst wird das zufließende Abwasser mit einem Schneckenpumpwerk angehoben um dann das Klärwerk im freien Gefälle zu durchfließen.

In der folgenden mechanischen Reinigung werden dann die gröbsten Schmutzstoffe entfernt. Hier wird auch sichtbar, wie viel fälschlicherweise über die Kanalisation entsorgt wird. Mit Hilfe von Rechen werden alle Grobstoffe wie Holz, Lappen, Papier und Hygieneartikel entnommen um sie anschließend zu entsorgen. Abwasser enthält auch feinen Sand, der den nachfolgenden Kläranlagenbetrieb stört. Daher soll sich dieser im Sandfang absetzen. Im Vorklärbecken wird die Fließgeschwindigkeit so weit vermindert, dass sich auch feine organische Partikel absetzen – das ist der sogenannte Primärschlamm.

Durch die mechanischen Reinigungsschritte wird das Abwasser nahezu von allen absetztbaren Feststoffen befreit.

2 Biologische Reinigung

Da diese Stoffe die nachfolgenden Gewässer belasten würden, werden sie in der biologischen Reinigungsstufe mit Hilfe von Bakterien (Belebtschlamm) entfernt.

Dabei werden sich die natürlichen Reinigungsprozesse von Gewässern wie Flüssen zu Nutze gemacht. Wenn das Wasser ausreichend durchmischt und die Bakterien mit Sauerstoff versorgt werden, können Nährstoffe wie Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor abgebaut werden.

Im Nachklärbecken wird das gereinigte Abwasser von dort eingetragenen Belebtschlammflocken getrennt, dieser Vorgang ist mit der Vorklärung vergleichbar. Ein Teil der abgetrennten Biomasse wird dem Belebungsbecken wieder zugeführt, um die erforderliche Biomassenkonzentration aufrecht zu erhalten.

3 Schlammbehandlung

Pro Tag fallen auf der Kläranlage ca. 6 Tonnen Primärschlamm aus der Vorklärung und 4 Tonnen Belebtschlamm aus der Nachklärung an.

Diese Schlämme werden statisch oder mechanisch eingedickt und so im Volumen reduziert. Anschließend werden diese auf den Faulturm gepumpt und bei 37°C durch Gärprozesse in Biogas
umgewandelt. In dem ausgefauelte Schlamm wird anschließend Magnesiumaluminumphosphat chemisch gefällt und der gesamte schlamm wird dann über eine Zentrifuge weiter entwässert.

4 Zurück in den Kreislauf

Die Faulgase werden in Blockheizkraftwerken zu elektrischer Energie umgewandelt, die zur Aufrechterhaltung des Kläranlagenbetriebs dient. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme
wird über Wärmetauscher zur Warmwasser gewinnung und zur Raumheitzung verwendet.

Der entwässerte Klärschlamm wurde bis 2017 noch mit Kalk vermischt, hygenisiert und landwirtschaftlich verwertet. Aktuell wird der Klärschlamm über die Mitverbrennung entsorgt und kann nicht mehr landwirtschaftlich verwertet werden. Die Verbrennung von Klärschlamm wird durch die Anforderungen der Düngemittelverordnung erzwungen und führt zu höheren Entsorgungskosten.

Der gereinigte Abwasser fließt in einen Altarm der Innersten und so in das Naturschutzgebiet Haseder Busch und somit schließt sich der Wasserkreislauf an dieser Stelle.

5 Sauberkeit überprüfen

Für einen effizienten Betrieb Kläranlage ist die Kenntnis über den aktuellen Betriebszustand unerlässlich. Unser Labor führt die hierfür erforderlichen Probenahmen und Analyse, nach Vorgabe der zuständigen Wasserbehörde, durch (Eigenkontrolle).

Die Messdaten werden in einem EDV-gestützten Berichtswesen abgelegt und einer ersten Wertung unterzogen. Aus diesen Daten erstellt das Labor die Eigenüberwachungsberichte.

Damit keine schädlichen Stoffe ins Abwasser gelangen, überprüft das Labor, auf Grundlage der Entwässerungssatzung der SEHi, das der Kläranlage zugeleitet Abwasser (Indirekteinleiterkontrolle).

Gefährliche Stoffe im Abwasser untersucht das Labor, entsprechend den Vorgaben der Einleitgenehmigungen, im Auftrag der Aufsichtsbehörden in Stadt- und Landkreis Hildesheim (Indirektienleiterkontrolle).

Auch das gereinigte Abwasser, das in die Gewässer eingeleitet wird, wird unter Vorgabe und im Auftrag der Aufsichtsbehörden von Stadt- und Landkreis Hildesheim untersucht (Direkteinleiterüberwachung).

Damit alle Analysen korrekt durchgeführt werden und damit gerichtsfest sind, wird im Labor streng nach DIN 17025 gearbeitet. Darüber hinaus werden landesspezifische Auflagen vom Land Niedersachsen für die wasser- und abfallrechtliche Überwachung erfüllt. Das Labor wurde daraufhin für die hoheitliche Überwachung im wasserrechtlichen Vollzug in Niedersachsen anerkannt (Notifizierung).

Das Labor bietet Praktikantenstellen an und bildet in umwelttechnischen Berufen aus.

Die SEHi überprüft:

  • Abwasser
  • Grundwasser
  • Oberflächenwasser
  • Boden und Feststoffe
  • Fettsäure zur Prozessüberwachung von Biogasanlagen

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